Die Macht einer klaren Vision und Mission für Unternehmen oder Organisationen ist unbestreitbar. Sie lässt jeden daran teilhaben und stellt oft eine Hilfe bei Unternehmensentscheidungen dar.

Erfolgreiche Organisationen pflegen die Vision des Unternehmens stets in Erinnerung zu rufen. Für sich alleine ist eine Vision eher eine Absichtserklärung, die ohne weitere Begriffe und Definitionen unter Umständen kontraproduktiv sein kann. Aus diesem Grunde wird die Vision von einer Mission „begleitet“, welche etwas präziser den Existenzgrund der Organisation wiedergibt.

Während die Vision „etwas“ genereller gefasst wird, ist die Mission in der Beschreibung der Tätigkeits- bzw. Aktionsfelder der Organisation genauer. Um eine Organisation zu fokussieren bedarf es jedoch weiterer Schritte, denn sowohl Vision als auch Mission sind für das einzelne Mitglied der Organisation zu abstrakt oder erhoben. Während eine Vision beschreibt „Wo“ die Organisation hin will und die Mission das „Warum“, fehlt in diesem Bild das „Wie“ und die Schritte dorthin.

Hier kommen die Prinzipien oder Werte zum Tragen, die unter anderem den Umgang untereinander; mit Kunden und Lieferanten beschreiben.

Vision; Mission und Werte bilden die Leitsätze, sind langfristig und werden selten geändert. Strategien und Ziele sind dagegen dynamischer und werden öfter an ein verändertes Umfeld angepasst.

Mit Strategien und Zielen werden zwei weitere Parameter eingeführt (Strategien und Ziele), die das Bild abrunden und die notwendig sind, um jedes einzelne Organisationsmitglied einzubinden.

Damit ergibt sich folgende Kaskade:

Vision: Wo wollen wir hin? Was soll uns auszeichnen?

Mission: Warum gibt es uns? Wer braucht uns? In welchen Gebieten sind wir tätig?

Werte: Wie gehen wir miteinander um (mit Kunden; Lieferanten…)? Was zeichnet uns aus? …

Strategien: Wie kommen wir unserer Vision Einhaltung der Werte und Beachtung der Mission näher? ….

Ziele: Welche Zwischenschritte (mittel- und langfristig) müssen wir erreichen? Was messen wir? …

Während meiner Tätigkeit in einem Großunternehmen waren diese 5 Dokumente (die auf einem DIN A4 Blatt Platz fanden) oft eine große Hilfe, um Entscheidungen herbeizurufen bzw. zu hinterfragen, sowohl im Inhalt als auch in der Form. Ferner waren diese Elemente hervorragend dazu geeignet, um Entscheidungen in der Organisation weiter zu vermitteln und transparenter zu machen.

In einem solchen Kontext ist es für jedes Mitglied in der Organisation leichter, seinen eigenen Beitrag zu bewerten bzw. sich für ein gemeinsames Ziel einzubringen.

Die Kraft einer klaren Vision; Mission; vertretbaren Werten; Strategien und Zielen liegen nicht nur in der Transparenz sondern auch in der Fähigkeit, Kräfte frei zu setzen und ein gemeinsames Verständnis zu erzeugen.

Ein Irrtum ist es zu glauben, dass die genannten 5 Elemente (VMWSZ) nur in Unternehmen Anwendung finden. Schon Ende der 80’er und in leicht angewandelter Form formulierte Dave Hanna (mit den ich zusammen gearbeitet habe) die Notwendigkeit dieser „Statements“ (Bekundungen) im privaten Bereich. Steven R. Covey und Dave Hanna veröffentlichten dies unter dem Titel „The Seven Habits of Highly Effective People“ (deutsch: „Die sieben Wege zur Effektivität“) und selbst ein namhafter Kalenderhersteller integrierte entsprechende Formblätter, um stets persönliche VMWSZ vor Augen zu haben.

Auch Vereine können diese Methodologie anwenden. Die Satzung genügt zwar rechtlichen Anforderungen, deckt aber bei weitem nicht alle Facetten; Tätigungsfelder; Umgang oder Ziele ab.

In jedem Fall sind VMWSZ ein Werkzeug, dass viel zu selten benutzt wird und dessen Kraft häufig unterschätzt wird.