In der GmbH haften Gesellschafter in der Regel nicht für Verbindlichkeiten der GmbH und die Geschäftsführer erst Recht nicht. Nicht immer klar ist aber, inwieweit sich Geschäftsführer auch bei unerlaubten Handlungen ihrer GmbH darauf berufen können, dass die Haftung allein die GmbH treffe. An sich handelt es sich bei GmbH und Geschäftsführer um verschiedene Rechtspersonen, aber schon seit Jahren ist ein Trend zu beobachten, die Eigenhaftung von Geschäftsführern auszuweiten:

So hat der BGH mit Urteil vom 05.12.1989 (Az.: VI ZR 335/88) einen Geschäftsführer zum Schadensersatz verurteilt, weil er nicht sichergestellt hatte, dass Baumaterialien, die an seine GmbH geliefert wurden, vor dem Einbau bezahlt wurden. Der Lieferant hatte zum eigenen Schutz die Baumaterialien unter verlängertem Eigentumsvorbehalt geliefert. Die Baumaterialien wurden mit Einbau in ein fremdes Grundstück zu Eigentum des Grundstückseigentümers. An sich hätte der Lieferant kraft des verlängerten Eigentumsvorbehalts als Ausgleich den Zahlungsanspruch der GmbH gegen den Grundstückseigentümer erhalten sollen. Das ging aber nicht, da die GmbH mit dem Grundstückseigentümer ein Abtretungsverbot vereinbart hatte. Der Lieferant erhielt auch keine Bezahlung durch die GmbH, da diese insolvent wurde. Deswegen wollte der Lieferant, dass der Geschäftsführer zahlt (DM 190.935,99). Dem Geschäftsführer war nicht bekannt, dass die Baumaterialien unter verlängertem Eigentumsvorbehalt geliefert worden waren, er wusste auch nicht, dass mit dem Grundstückseigentümer ein Abtretungsverbot vereinbart worden war. Der Geschäftsführer kümmerte sich hauptsächlich darum, Bauaufträge für die GmbH zu generieren, den Einkauf verantworteten zwei Mitarbeiter, so dass der Geschäftsführer die nachteiligen juristischen Folgen des Einbaus für den Lieferanten nicht erkannte.

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