Nach den Kabinettsbeschlüssen der Regierung zur geplanten kleinen Unternehmenssteuerreform ( Gesetzesentwurf vom 19.09.2012 ) soll die Grenze für den Minijob ab dem 01.01.2013 von 400,00 Euro auf 450,00 Euro steigen. Während die einen (DGB)  dies als eine negativ zu betrachtende Ausweitung des Niedriglohnsektors sehen, freuen sich gegebenenfalls die Unternehmer/Unternehmerinnen, die Ihren mitarbeitenden Ehepartner beschäftigen, diesem nun ein etwas höheres Gehalt auszahlen zu können.

Das auf der Seite des Empfängers steuerfreie Gehalt führt auf der Unternehmensseite zur Steuersenkenden Betriebsausgabe. Hierbei sollte allerdings bei Nichtkapitalgesellschaften der persönliche Steuersatz des Unternehmers/der Unternehmerin im Auge behalten werden. Da auf den Minijob eine pauschale Abgabe an die Bundesknappschaft in Höhe von 30% zu leisten ist, rechnet sich der steuerfreie Minijob für den mitarbeitenden Ehepartner erst ab einem persönlichen Steuersatz von mehr als 30%.

Die ursprünglichen Pläne der Arbeitsministerin von der Leyen, eine Anhebung der Minijob-Grenze mit der Verpflichtung zur Abgabe eines zusätzlichen Rentenbeitrages zu verbinden,  sind aber wohl vom Tisch.

Weitere Änderungen im Jahressteuergesetz, welches nun im Finanzausschuss abschließend beraten werden sollen, betreffen unter anderem die Reisekostenabrechnungen, Umsatzsteuerfreiheit von Bildungsangeboten und Vereinfachungen im Konzernsteuerrecht.

Den Verbänden in der Wirtschaft gehen diese Pläne allerdings nicht weit genug. Unter anderem wird gefordert, die Grenze für die so genannte Kleinbetragsrechnung von 150,00 Euro auf 300,00 Euro anzuheben. Bislang gilbt bei einer Kleinbetragsrechnung, dass die Umsatzsteuer bis zu einem Rechnungsbetrag von 150,00 Euro nicht extra ausgewiesen werden muss.

Eine weitere Forderung der Verbände ist, das Unternehmen in der Zukunft Rechnungen auch elektronisch archivieren dürfen. Bislang gelten Aufbewahrungsfristen für Unterlagen von bis zu 10 Jahren. Nach den in 2011 erfolgten Änderungen zur elektronischen Rechnungsstellung würde eine bürokratische Entlastung laut den Verbänden nur wirken, wenn die elektronisch erstellten Rechnungen dann auch nicht mehr ausgedruckt werden müssen.