Lesen Sie auch den ersten Teil dieses Artikels vom vergangenen Dienstag!

Im Anschluss an diese Wiedereingliederung, welche sowohl für den Betrieb als auch für den Versicherungsnehmer der Berufsunfähigkeitsversicherung unproduktiv ausfiel, wurde ihm seitens des Unternehmens, unter Zustimmung des Integrationsamtes, gekündigt. Daraufhin erhielt der Kläger eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Da diese aber nicht zur normalen Fortführung seiner Lebensverhältnisse ausreichte, suchte sich der Kläger einen einfachen Aushilfsjob in einem regionalen Autohaus. Auch für diese Tätigkeit bekam er deutlich weniger als ein Drittel seines ursprünglichen Einkommens, welches er vor seinem Unfall noch erzielte.

Das nahm jedoch der Versicherer der Berufsunfähigkeitsversicherung zum Anlass die eigenen Rentenzahlungen mit der Begründung einzustellen, dass der Kläger durch die Beschäftigungsmaßnahme zur Wiedereingliederung gezeigt habe, dass er durchaus fähig ist wieder mehr als 50 Prozent zu arbeiten und verwies in auf seine jetzige Tätigkeit.

Doch die Nürnberger Richter des Oberlandesgerichtes waren jetzt anderer Auffassung. Der Klage des Klägers wurde stattgegeben und der Versicherer auf Fortzahlung der Berufsunfähigkeitsrente verdonnert. Die Begründung liegt ja hier nun auch sehr nahe. Denn eine durch den Rententräger finanziell getragene und zeitlich begrenzte Wiedereingliederungsaufnahme an der alten Arbeitsstätte stellt nach Überzeugung des Gerichts keinen wirklichen Grund da, den Kläger darauf zu verweisen. Es habe sich lediglich um eine therapeutische Maßnahme gehandelt, welche final das Ziel hatte, den Prozess der Rehabilitation zu stützen. Eine Verweisung in diesem Fall sei unwirksam.

Wäre aus meiner Sicht auch eine absolute Schweinerei gewesen, wenn der Versicherer damit durchgekommen wäre. Gottseidank gibt es noch Richter die objektiv Recht sprechen!