Lesen Sie auch den ersten Teil diesen Artikels vom vergangenen Dienstag!

Dieses Vorgehen der Versicherer wird besonders von Marktexperten offen kritisiert. Denn in solchen Fällen können die Kunden der Lebensversicherer nicht von zukünftig steigenden Zinsen profitieren, wenn über solch lange Zinsbindungzeiträume Hyptotheken zu günstigen Zinsen vergeben werden. Mittlerweile hat die Politik und Versicherungsbranche schon reagiert und den Garantiezins für neu abgeschlossene Police auf 1,75 Prozent herabgesetzt. Zusätzlich unterliegen dieses auch dem Alterseinkünftegesetzt von 2005 und sind in der steuerpflichtig.

Letztendlich stellt sich die durchaus interessante und kritische Frage, ob bei steigenden Zinsen denn auch die Versicherten davon profitieren?

Situationsbedingter Hintergrund

Betrachtet man den deutschen Lebensversicherungsmarkt mal eine wenig detaillierter, dann kann man diesen in unterschiedliche Art von Versicherungsarten unterteilen. Die knapp über 90 Millionen Policen unterteilen sich in Kapitallebens-, Renten- sowie Risiko-Lebensversicherungspolicen. Im Schnitt besitzt somit jeder Deutsche 1,1 Verträge, welche zu einem vertraglich festgelegten Auszahlungszeitpunkt eine garantierte Versicherungssumme zuzüglich nicht garantierter Überschussbeteilligungen versprechen.

Das Kapital  innerhalb solcher Policen wird überwiegend in Rentenpapiere investiert, welche vom allgemein Marktumfeld und Zinsniveau abhängig sind. Seit der Insolvenz der amerikanischen Bank Lehman Brothers im Jahr 2008 und der daraus entstandenen Immobilien- und Finanzkrise sind die Zinsen deutlich gefallen. Sowohl die amerikanische FED als auch die europäische Zentralbank (EZB) halten ihre Refinanzierungszinsen seit langer Zeit auf konstant niedrigem Niveau. Doch damit sanken auch parallel die Überschüsse deutscher Versicherungskonzerne. Eine Entwicklung, welche schon im Jahr 2001 anfing und mittlerweile einen neuen „Höhepunkt“ erreicht hat.