Lesen Sie auch den ersten und zweiten Teil dieses Artikels!

Pensionssicherungsverein und Arbeitgeber haften für den Krisenfall

Neben der Bundesregierung gibt es auch weitere Kritiker an den Kommissionsplänen aus Brüssel. Diese verweisen darauf, dass eine weitere Verbesserung der Absicherung der Betriebsrenten im Grunde genommen dar nicht notwendig ist. In Deutschland gibt es ja bereits andere Sicherungseinrichtungen wie beispielsweise der Pensionssicherungsverein. Notfalls muss in Krisenzeiten auch der Arbeitgeber einspringen. Die Arbeitsgemeinschaft für die betriebliche Altersversorgung (Aba) bringt zusätzlich noch das Argument in die Waagschaale, dass ja die Verpflichtungen der Pensionskassen sehr langfristig ausgerichtet sind und somit deutlich planbarer sind. Außerdem sei die Anlagestrategie für Betriebsrenten ohnehin schon im eigenen Interesse konservativ.

Erste abgemilderte Ansichten kommen nach den Bedenken der Bundesregierung aus Brüssel. Sowohl Lazlo Andor (EU-Sozialkommisar) als auch Michel Barnier (Binnenmarktkommisar) haben bereits zugesichert, dass die Besonderheiten einer betrieblichen Altersversorgung in der Bundesrepublik Deutschland berücksichtigt werden.

Falls die Pläne der EU-Kommission dennoch in der jetzigen Form umgesetzt würde, kämen Mehrkosten in Höhe von 30 bis 40 Prozent auf die sechs Millionen Mitglieder deutscher Pensionskassen zu. Sie wären dann Versicherungsunternehmen geleichgestellt und müssten deutlich mehr Eigenkapital vorhalten (siehe Teil 1 dieses Beitrags). Die Zusatzkosten würden viele Pensionskassen überfordern. Bei gleichen Beiträgen müssten zugesagte Rentenansprüche durch die Kostensteigerungen um die 20 bis 25 Prozent abgesenkt werden.

Bleibt nur die Hoffnung, dass die EU-Kommission doch noch einsichtig ist und sich das ganze nochmals überlegt!