Verjährung

Ansprüche unterliegen gem. § 194 BGB regelmäßig der Verjährung

Verjährung bedeutet, dass ein Anspruch nicht  mehr durchgesetzt werden kann, wenn sich der Inanspruchgenommene auf diese Einrede beruft. In diesem Fall verliert der Geschädigte seine Forderung.

Der Geschädigte, der nach materiellem Recht beispielsweise Schadensersatz schuldet, braucht nicht mehr zu zahlen.

Vor dem 1. Januar 2002 galt grundsätzlich für durch Falschberatung, fehlende Aufklärung geschädigte Kapitalanleger eine Verjährungsfrist von 30 Jahren.

Durch das sog. „Schuldrechtsmodernisierungsgesetz“ sind die Verjährungsfristen seit dem 1.1.2002 teilweise erheblich verkürzt worden.

Gem. § 195 BGB liegt die auch  für geschädigte Kapitalanleger geltende regelmäßige Verjährungsfrist grundsätzlich bei 3 Jahren.

Sie beginnt gem. § 199 Abs. 1 BGB mit dem Schluss des Jahres, in  dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.

Anleger, die in 2008 eine Kapitalanlage getätigt haben und durch Beratungsfehler oder Aufklärungsdefizite geschädigt worden sind und von diesen Umständen schon in 2008 wussten, oder ohne grobe Fahrlässigkeit wissen mussten, können ihre Ansprüche nach dem 31.12.2011 nicht mehr durchsetzen, wenn sich der Inanspruchgenommene auf Verjährung beruft.

Davon ist regelmäßig bei Banken, Finanzberatern und Finanzvermittlern auszugehen.

Ansprüche, die vor dem 1.1.2002 entstanden sind

Gem. § 199 Abs. 3 Ziffer 1 und Abs. 4 BGB liegt die kenntnisunabhängige Verjährungsfrist bei 10 Jahren.

Ansprüche, die in 2002 entstanden sind, verjähren somit am 31.12.2011.

Aber auch für Kapitalanleger, die vor dem 1.1.2002 geschädigt worden sind, besteht noch bis zum 31.12.2011 die Möglichkeit, ihre Ansprüche so geltend zu machen, dass die Verjährung gehemmt  ist.