Schön dass Sie den Blog so zahlreich verfolgen, heute möchte ich mich mit dem nächsten Durchführungsweg, dem Pensionsfonds beschäftigen. Diese Variante ermöglicht es Unternehmen, die lohnsteuerfreie Übertragung bereits eingegangener Pensionsverpflichtungen gemäß § 3 Nr. 66 EStG auf ein externes Versorgungsunternehmen, sowie die Nutzung der Steuervorteile nach § 3 Nr. 63 EStG, bei Neuzusagen.

Was ist eigentlich ein Pensionsfonds?

Der Pensionsfonds ist einer der fünf  Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Der Pensionsfonds hat im Gegensatz zu den anderen Durchführungswegen der bAV freizügigere (aber auch mit höherem Risiko behaftete)Kapitalanlagevorschriften, wodurch er stärker von den Chancen der Kapitalmärkte profitieren kann (aber nicht muss). Außer arbeitgeberfinanzierter betrieblicher Altersvorsorge, können neben der Entgeltumwandlung auch bestehende Pensionszusagen auf den Pensionsfonds übertragen werden (Stichwort: Ausgliederung).

Steuerliche Vergünstigungen und

gegebenenfalls Sozialversicherungsersparnis

Die Beiträge für einen Pensionsfonds, die zum Aufbau einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung dienen, fallen unter die steuerliche Förderung nach § 3 Nr. 63 EStG (steuerfreie Beiträge). Das bedeutet, dass Beiträge bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (BBG West) der allgemeinen Rentenversicherung jährlich steuerfrei sind. Im Jahr 2011 entsprechen 4 % der BBG West 2.640 Euro.

Als Ausgleich für den Wegfall der Pauschalbesteuerung nach § 40b EStG wird der steuerfreie Höchstbetrag von 2.640 Euro jährlich um zusätzlich 1.800 Euro erhöht. Dieser Betrag ist auch steuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig (nicht beim GGF). Besteht bereits eine Förderung nach § 40b EStG, kann der Betrag von 1.800 Euro nicht in Anspruch genommen werden.

Wie wir schon gesehen haben, betrifft den Gesellschafter- Geschäftführer die Sozialversicherungsfreiheit nicht, ich finde es aber trotzdem erwähnenswert.

Vorteile für den Arbeitgeber:

•    Entbindung von betriebsfremden Risiken
•    keine Rückstellungsbildung oder Aktivierung einer Rückdeckungsversicherung in der Bilanz
•    geringer Verwaltungsaufwand
•    Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtung zum Anbieten der Entgeltumwandlung
•    Senkung der Lohnnebenkosten

Vorteile für den Arbeitnehmer:

•    Individuell ausgerichtete Altersvorsorge
•    attraktive steuerliche Vergünstigungen und ggf. hohe Sozialabgabenersparnis
•    Steuerfreiheit von Zinsen, Dividenden und Fondsausschüttungen in der Ansparphase
•    Möglichkeit zur einmaligen Entnahme von bis zu 30 % des Kapitals mit Beginn der Rentenphase

Lösung für bestehende Versorgungsverpflichtungen

Im Jahr 2002 hat der Gesetzgeber die Möglichkeit der lohnsteuerfreien Übertragung betrieblicher Versorgungsverpflichtungen auf einen Pensionsfonds geschaffen (§ 3 Nr. 66 EStG). Damit können Unternehmen Pensionsrückstellungen aus der Firmenbilanz herauslösen und so erhebliche Vorteile generieren:

•    positive Bilanzeffekte
•    Verbesserung der Unternehmenskennziffern
•    Ratingverbesserung Basel II
•    Verlagerung biometrischer Risiken
•    Auslagerung des Verwaltungsaufwandes
•    Erleichterung beim Verkauf des Unternehmens

Fazit:

Ich möchte mal behaupten, auch in diesem Fall macht es Sinn, über den Durchführungsweg Pensionsfonds ernsthaft nachzudenken. Meine eigene persönliche Erfahrung, hat aber gezeigt, dass der Pensionsfond unter Umständen der teuerste Weg ist, besonders in Falle der Übertragung bestehender Versorgungszusagen. Natürlich kommt es immer auf den Einzelfall an.

Ein kompetente und vor allem seriöse Beratung ist auch hierbei unerlässlich, denn hier gilt ebenfalls:

Es prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch was Besseres findet.

Mehr zum Thema erfahren Sie demnächst in unserem Blog. Also dranbleiben…..