Schön, dass Sie den Blog verfolgen, nun kommt Teil II, in dem wir einige Basics kennenlernen:

Auch dem GGF stehen die gleichen Durchführungswege zur Verfügung, wie dem normalen Arbeitnehmer. Man unterscheidet die folgenden 5 unterschiedlichen Formen, die aber auch durchaus miteinander kombinierbar sind:

  • Direktversicherung
  • Pensionskasse
  • Pensionsfonds
  • Unterstützungskasse
  • Pensionszusage (Direktzusage)

In diesem Beitrag möchte ich mich mit dem Durchführungsweg der Direktversicherung beschäftigen, denn dies ist wohl die bekannteste und auch am häufigsten gewählte Form, wenn es um die betriebliche Altersvorsorge bAV geht. Diese Form ist geeignet für alle Unternehmen und benötigt extrem wenig Verwaltungsaufwand. Gleichzeitig kann man hiermit einen guten Einstieg in die bAV finden und sich damit nach und nach mit dem Thema vertraut machen.

Was ist denn eigentlich eine Direktversicherung?

Bei einer Direktversicherung schließt der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer einen Versicherungsvertrag auf das Leben des Arbeitnehmers ab. Versicherte Person ist dabei der Arbeitnehmer.

Was kann eine gute Direktversicherung leisten? (Schauen Sie mal ins Kleingedruckte!)

  • lebenslange garantierte Rentenleistungen
  • Wahlmöglichkeit zwischen laufenden Rentenzahlungen oder einmaliger Kapitalleistung (30 % im Rahmen der Teilkapitalisierung mit anschließender Restverrentung oder volle Kapitalleistung)
  • Nutzung von Kapitalmarktchancen durch fondsgebundene Rentenvarianten
  • flexibler Rentenbeginn ab dem 60. Lebensjahr
  • Hartz IV-Sicherheit: Direktversicherung wird nicht als verwertbares und anrechnungsfähiges Vermögen angesehen
  • Mitnahme bei Arbeitgeberwechsel möglich (bei Arbeitgeberfinanzierung nach Ablauf von 5 Jahren Betriebszugehörigkeit)
  • Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos und der Hinterbliebenen möglich
  • individuelle Bestimmung der Höhe der Sicherheit in Form von Garantieleistungen
  • hohe Garantierente zum geplanten Rentenbeginn durch Maximalgarantie
  • Beitragsgarantie zum Rentenbeginn ab dem ersten gezahlten Beitrag

Pauschalversteuerung nach § 40b EStG

Die Pauschalversteuerung ist seit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes (AltEinkG) zum 1. Januar 2005 für die kapitalgedeckte betriebliche Altersvorsorge (Direktversicherung) im Rahmen von neuen Versorgungszusagen nicht mehr möglich. Altzusagen sind davon aber nicht betroffen.

Steuerliche Förderung nach § 3 Nr. 63 EStG

Die Beiträge für eine Direktversicherung, die zum Aufbau einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersvorsorge dienen, werden nach § 3 Nr. 63 EStG (steuerfreie Beiträge) gefördert.

Das bedeutet, dass Beiträge für Verträge, die nach dem 1. Januar 2005 begonnen haben, jährlich bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (BBG West) der allgemeinen Rentenversicherung steuerfrei sind, was einem Betrag von 2.640,00 EUR entspricht. Als Ausgleich für den Wegfall der Pauschalbesteuerung erhöht sich der steuerfreie Höchstbetrag bei neuen Zusagen um zusätzlich bis zu 1.800 Euro pro Jahr. Dieser Betrag ist zwar steuerfrei, aber evtl. sozialversicherungspflichtig, was aber den typischen Gesellschafter- Geschäftsführer nicht betrifft, da er ohnehin nicht sozialversicherungspflichtig sein sollte.

Als großen Vorteil fürs Unternehmen sehe ich die bilanzneutrale Ausgestaltung der Versorgungsleistung, denn der Anspruch des Arbeitnehmers richtet sich immer gegen das Versicherungsunternehmen und die Firma muss deshalb keine Rückstellungen in Ihrer Bilanz bilden.

Die Vorteile der nachgelagerten Besteuerung nutzen

Die Aufwendungen für die Altersversorgung werden während des Arbeitslebens steuerfrei gestellt (s.o.) und sind erst während der Bezugszeit steuerpflichtig. Das bedeutet in den meisten Fällen einen echten Steuervorteil, denn in späteren Jahren (im Rentenalter) sind die Steuersätze aufgrund des geringeren Einkommens meist viel niedriger, als noch in der aktiven Zeit. Einzelheiten und weitere Infos erhalten Sie bestimmt bei Ihrem Steuerberater oder auch von anderer kompetenter Stelle. Wichtig ist, dass vor Abschluss der Verträge alle Eventualitäten seriös geprüft und besprochen werden, denn auch hier gilt:

Es prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch was Besseres findet.

Mehr zum Thema erfahren Sie demnächst in unserem Blog. Also dranbleiben…..