Gem. § 2247 BGB kann der Erblasser ein Testament durch eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichten.

Man spricht insoweit von einem eigenhändigen Testament.

Voraussetzung ist, dass der Erblasser unbeschränkt geschäftsfähig, also regelmäßig volljährig ist und Geschriebenes lesen kann.

Ein genaues Datum und der Ort sollten angegeben werden.

Zwingendes Formerfordernis ist, dass das Testament mit eigener Hand geschrieben wird und die Unterschrift des Erblassers enthält.

Ein solches eigenhändiges Testament können auch Eheleute errichten.

Der das Testament nicht schreibende Ehegatte hat lediglich seine eigenhändige Unterschrift hinzu zu fügen.

Ein solches privatschriftliches Testament kann auch in die Verwahrung des Nachlaßgerichtes gegeben werden, es kann aber auch an jedem beliebigen Ort aufbewahrt werden.

Von einem öffentlichen oder notariellem Testament spricht man, wenn ein Erblasser seinen letzten Willen mündlich zu Protokoll eines Notars erklärt.

Die Vorteile eines notariellen Testamentes lassen sich ohne Anspruch auf Vollständigkeit wie folgt auflisten:

Der Beurkundung eines notariellen Testamentes geht regelmäßig eine umfassende Beratung durch den Notar voraus. Die Begriffe, die bei Verfügungen von Todes Wegen gebraucht werden (Erbeinsetzung, Vor- und Nacherbschaft, Vermächtnis, Auflage, Ersatzerbe, Pflichtteil, Anrechnung etc.) werden zutreffend benutzt. Regelmäßig ist ein notarielles Testament nicht in dem Umfang auslegungsbedürftig, in dem ein privatschriftliches Testament häufig auslegungsbedürftig ist.
Teure Erbstreitigkeiten werden daher vermieden.

Das notarielle Testament wird in die amtliche Verwahrung des Nachlaßgerichtes gegeben. Die Original Urkunde wird daher bei Gericht verwahrt. In der Urkundensammlung des Notars befindet sich regelmäßig nur eine Leseabschrift, von der die Parteien auch Kopien erhalten.
Das notarielle Testament kann daher nicht verloren gehen und wird auch nicht übersehen.

Ein privatschriftliches Testament kann verloren gehen oder gegen den Willen des oder der Erblasser vernichtet werden.

Es gilt dann wieder gesetzliche Erbfolge.

Ein notarielles Testament kann von dem Erblasser aus der amtlichen Verwahrung genommen werden. Durch diesen Umstand wird das notarielle Testament ungültig. Ein privatschriftliches Testament bleibt dagegen gültig.
Bei einem öffentlichen Testament ist der Notar verpflichtet, die Geburtsstandesämter zu informieren. Bei dem Tode des oder der Erblasser werden die Geburtsstandesämter benachrichtigt. Die Geburtsstandesämter selbst informieren dann das Nachlaßgericht, so dass sicher gestellt ist, dass das notarielle Testament auch eröffnet wird.
Wenn ein öffentliches Testament vorliegt, bleibt dem oder den Erben regelmäßig ein kostenträchtiges Erbscheinsverfahren erspart. Mit einem notariellen Testament kann unmittelbar die Grundbuchberichtigung herbei geführt werden, wenn die Erben klar bezeichnet sind.
Ein notarielles Testament unterstreicht die Bedeutung und Wirkungen einer Vorsorgevollmacht. Hat der Erblasser lediglich ein privatschriftliches Testament errichtet und daneben in öffentlicher Form eine Vorsorgevollmacht beurkunden lassen, kann im Falle seines Todes für und gegen den Grundbesitz nicht lediglich mit der Vorsorgevollmacht noch gehandelt werden, auch wenn insoweit bestimmt ist, dass die Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus gilt. Mit dem Tod des Erblassers, der beispielsweise als Alleineigentümer im Grundbuch steht, ist das Grundbuch unrichtig. Die Vorsorgevollmacht gilt mit dem Tod des Erblassers nicht mehr für und gegen den Erblasser, sondern für und gegen seine Erben. Die Erben können aber mangels notariellen Testamentes nicht in „öffentlicher“ Form festgestellt werden, so dass aufgrund des privatschriftlichen Testamentes keine Grundbuchberichtigung erfolgen kann. Es ist daher zur Feststellung des Erbrechtes regelmäßig ein Erbscheinsverfahren durchzuführen, dass durchaus einige Monate Zeit in Anspruch nehmen kann. Bis der Erbschein vorliegt, kann für und gegen den Grundbesitz des Erblassers nicht gehandelt werden.
Vorstehende Vorteile, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, zeigen, dass gute Gründe für ein notarielles Testament sprechen.

Auch wenn insoweit, je nach dem Reinwert des Vermögens des Erblassers nach der Kostenordnung die sogenannten Notargebühren entstehen, sind diese regelmäßig wesentlich „niedriger“ , als die Kosten, die durch ein späteres Erbscheinsverfahren oder durch Erbstreitigkeiten entstehen.

Desweiteren bekommen die Parteien als Testament das „Produkt“ eines Fachmannes.