Häufig wird die Frage gestellt, ob man durch die Heirat Steuern spart. Seit 2009 müssen wir verstärkt antworten: Das kommt darauf an! Aber worauf kommt es im einzelnen an?

Neben der Ermittlung/Prüfung der Einkünfte von beiden Ehegatten kommet es seit 2009 auch darauf an, wie geheiratet wurde denn. Denn seit dem 1. Januar 2009 können Paar auch „nur“ kirchlich heiraten ohne vorher standesamtlich getraut zu sein. Allerdings ist hier für steuerliche Zwecke Vorsicht geboten. Erst wenn die standesamtliche Trauung vollzogen ist, kann das Ehepaar auch die meist vorteilhaften steuerrechtlichen Folgen in Anspruch nehmen. Die steuerlichen Folgen sehen wir folgt aus: Anwendung der Splittungtabelle anstatt der Grundtabelle = doppelter Tabelleneingangsbetrag, Änderung beim Steuertarif (Verdopplung), Verdopplung des Sparerfreibetrages bei Kapitalerträgen, Verdopplung von Abzugsbeträgen für die Altersversorgung für Rürup und ähnliches. Für die Einkommensteuer gelten diese Vergünstigungen auch rückwirkend für das komplette Veranlagungsjahr, auch wenn erst im Dezember geheiratet wird. Bei anderen Steuerarten wie z. B. der Erbschaft- oder Schenkungsteuer wird hier auf den Tag der standesamtlichen Trauung Bezug genommen und nicht das Kalenderjahr der Trauung. Wird schon vor der standesamtlichen Trauung Vermögen übertragen hat dies niedrigere Freibeträgen und höheren Steuersätzen zur Folge. Hier sollte die Vermögensübertragung auf einen Stichtag nach standesamtlicher Trauung verschoben, sofern dies bei Übertragung zu Lebzeit möglich ist. Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.